BARF für Anfänger: So startest du richtig
Nadine Schmidt2025-03-28T14:16:18+01:00Dein Hund, deine Verantwortung
Du willst deinen Hund gesund, artgerecht und möglichst naturbelassen ernähren? Dann bist du mit BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) auf dem richtigen Weg. In diesem Artikel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du sicher und ausgewogen in die Rohfütterung startest – ohne deinen Vierbeiner zu überfordern oder Nährstofflücken zu riskieren. Denn Barfen ist kein Hexenwerk – aber es braucht Wissen, Planung und ein wenig Fingerspitzengefühl.
Was ist BARF überhaupt?
BARF orientiert sich an der natürlichen Ernährung von wild lebenden Fleischfressern – also am Speiseplan von Wölfen. Statt Fertigfutter landen beim Barfen rohes Fleisch, Knochen, Innereien, Gemüse, Obst und hochwertige Öle im Napf. Ziel ist es, deinen Hund bedarfsdeckend und möglichst unverarbeitet zu ernähren. Dabei wird nicht einfach „irgendwas Rohes“ verfüttert, sondern eine Ration gezielt so zusammengestellt, dass alle lebenswichtigen Nährstoffe enthalten sind.
Vorteile der BARF-Ernährung
Volle Kontrolle:
Du weißt genau, was im Napf deines Hundes landet.
Bessere Verträglichkeit:
Viele Hunde mit Allergien oder empfindlicher Verdauung profitieren sichtbar.
Weniger Kotabsatz:
Ein Zeichen dafür, dass dein Hund das Futter besser verwertet.
Risiken und Stolperfallen beim Einstieg
Wenn du ohne fundiertes Wissen barfst, kann es schnell passieren, dass dein Hund zu wenig oder zu viel von bestimmten Nährstoffen bekommt. Das betrifft vor allem Kalzium, Phosphor, Vitamin D oder Spurenelemente wie Jod und Zink.
Rohe Lebensmittel können Keime wie Salmonellen oder Listerien enthalten. Deshalb ist es besonders wichtig, beim Lagern, Zubereiten und Füttern auf saubere Hände, frische Zutaten und hygienische Arbeitsflächen zu achten.
Nicht alle Knochen sind für Hunde geeignet. Röhrenknochen vom Geflügel etwa können splittern und zu gefährlichen Verletzungen führen. Auch zu viel Knochen kann zu Verstopfung führen.
Fleisch allein reicht nicht aus. Es braucht gezielte Ergänzungen wie Seealgenmehl für Jod, Lebertran oder Vitamin-D-Präparate. Diese korrekt zu dosieren, ist entscheidend für die Gesundheit deines Hundes. Gerade Jod, Vitamin D oder Zink werden oft vergessen.
So gelingt dir der Einstieg
Der Umstieg auf BARF ist keine spontane Entscheidung, sondern ein Prozess, bei dem du Schritt für Schritt lernen darfst.
Wichtig ist: Du musst nicht perfekt starten – aber informiert und vorbereitet.
01
Informiere dich umfassend
so wie du es gerade tust.
03
Lass dir einen individuellen BARF-Plan erstellen
so gehst du auf Nummer sicher.
02
Starte mit einer Futterumstellung in kleinen Schritten.
Beobachte deinen Hund genau.
04
Führe ein Futtertagebuch.
So erkennst du schnell, was dein Hund gut verträgt.
Was gehört in eine ausgewogene BARF-Ration?
Eine ausgewogene BARF-Ration ist mehr als nur rohes Fleisch im Napf. Sie basiert auf einem klaren Verhältnis verschiedener Bestandteile, die gemeinsam eine vollständige und bedarfsdeckende Ernährung ergeben. Die Kunst liegt darin, diese Komponenten richtig aufeinander abzustimmen und an die individuellen Bedürfnisse deines Hundes anzupassen.
Je nach Alter, Gewicht, Aktivität und Gesundheit kann die Verteilung leicht abweichen. Deshalb gilt:
Häufige Fehler beim Barfen – und wie du sie vermeidest

Nur Muskelfleisch füttern
→ Nährstoffmangel

Keine Knochen oder Kalziumquelle
→ Kalziummangel

Zu schnell umstellen
→ Verdauungsprobleme

Keine Vitamin-D-Quelle einbauen
→ langfristige Unterversorgung
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Hol dir Unterstützung für deinen Start
Individueller Plan statt Pi mal Daumen: Wenn du beim Barfen auf Nummer sicher gehen willst, empfehle ich dir den persönlichen Futterplan von Futterplan.net. Für BARF-Einsteiger ist das Futterplan-Paket "Basis" ideal:
- auf Alter, Gewicht und Aktivität abgestimmt
- komplett bedarfsdeckend berechnet
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FAQ – Deine Fragen zum Barfen
Wie beginne ich mit BARF?
Starte langsam, informiere dich gut – und lass dich idealerweise beraten. Ein Plan gibt dir Sicherheit.
Ist Barfen für jeden Hund geeignet?
Ja, wenn der Plan individuell angepasst wird – auch bei Allergien oder Krankheiten.
Was kostet Barfen im Vergleich zu Fertigfutter?
Es kann günstiger oder teurer sein – je nach Zutatenwahl. Du bestimmst die Qualität und Herkunft.
Muss ich supplementieren? Ja, denn bestimmte Nährstoffe wie Jod, Mangan oder Vitamin D sind im Fleisch nicht in ausreichender Menge enthalten.
BARF ist eine großartige Möglichkeit, deinen Hund gesund, natürlich und bedarfsdeckend zu ernähren – wenn du es richtig machst. Hol dir Unterstützung, wenn du unsicher bist – und starte Schritt für Schritt in ein neues Futterleben. Dein Hund wird es dir danken.
Dieser Beitrag wurde verfasst von Nadine Schmidt, zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen, Tierheilpraktikerin und Tierphysiotherapeutin mit über 10 Jahren Erfahrung.